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Online Ver(w)irrungen


Menschen in einem Vortragtragsraum

Ich gebe zu, an mir ist keine Online Marketing Expertin verloren gegangen. Generell sind Themen wie Webseite erstellen, Selbstvermarktung auf Social Media, Suchmaschinenoptimierung und Co für mich eher ein „notwendiges Übel“ und nichts, was mir besonderen Spaß macht - zumindest noch nicht. Heutzutage kommt man aber einfach nicht mehr darum herum sich mit diesen Dingen zu befassen, wenn man Wert darauf legt mit seinen Produkten oder Dienstleistungen Online gefunden zu werden. Und jeder weiß aus seinem Alltag: Was auf Google nicht angezeigt wird, das existiert nicht. Viele Entscheidungsprozesse starten heutzutage mit einer Online-Suche: In welches Restaurant gehen wir heute? Wo kann ich eine Tasche reparieren lassen? Welchen Friseur gibt es bei mir ums Eck? Wo kann ich eine Topfpflanze kaufen? Mit diesen und noch vielen anderen Fragen wenden wir uns meistens an Google. Die Suchergebnisse, die auf der ersten Seite angezeigt werden, sehen wir uns genauer an, den restlichen hunderten oder tausenden Treffen schenken wir oft keine Aufmerksamkeit mehr.

 

Um meine Wissenslücken in Bezug auf Online Marketing zumindest ansatzweise zu schließen, bin ich der Empfehlung einer befreundeten Unternehmerin gefolgt und habe mich für einen Grundlagen-Kurs für Google Analytics angemeldet. Google bietet zu einigen Online Marketing Themen kostenlose Trainings an, die offenbar auch großen Anklang finden. So habe ich mich dann an einem Vormittag Ende Februar mit etwa 60 weiteren wissbegierigen Menschen in einen Raum gesetzt – ohne jegliche Vorerfahrung und ohne Erwartungen. Es stellte sich heraus, dass andere Teilnehmer zwar schon Erfahrungen mit dem Tool hatten, aber auch ohne Vorwissen war es möglich dem Vortragenden zu folgen. Da man die Funktionalitäten von Google Analytics auch in einem Testaccount ausprobieren konnte, war es auch nicht weiter schlimm, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch gar keine eigene Webseite hatte. Erschreckend und erstaunlich zugleich war für mich zu erfahren, welche Daten Google über jeden Webseiten-Besucher erfasst: Alter, Geschlecht, Region, Interessen, verwendete Geräte, Verhalten auf der Webseite und noch einiges mehr. Während manche Nutzer dieser Transparenz kritisch gegenüberstehen, sind die Webseitenbetreiber dankbar für die reichhaltigen Informationen. Besonders wichtig sind diese Daten für Online Shops oder Seiten, die sich über Werbeeinnahmen finanzieren. Aber auch für Unternehmen, die ihren Umsatz nicht vorrangig Online machen, sind diese Daten wichtig um über die eigene Zielgruppe zu lernen.

 

Motiviert von den ersten Lernerfahrungen, habe ich mich noch während des Kurses für ein weiteres Training angemeldet und zwar dem Grundlagen-Kurs zu Google AdWords. Auch davon hatte ich nur eine wage Vorstellung, aber das Bedürfnis mehr zu erfahren - vor allem zum Thema Suchmaschinenoptimierung. Wie sich herausstellte, lag der Fokus ganz klar darauf, den Teilnehmern die Schaltung von bezahlten Anzeigen näherzubringen. Die unentgeltlichen, aber aufwändigeren Möglichkeiten der „organischen Suchmaschinenoptimierung“ wurden nicht angesprochen. Darunter fallen beispielsweise die Bearbeitung der Webseiten-Struktur, die Nutzung von nachgefragten Keywords und die Optimierung von technischen Merkmalen der Seite wie Ladezeiten oder Verlinkungen.

 

Mein Fazit beider Trainings ist, dass man in die eigene Webseite und deren Auffindbarkeit unendlich viel Zeit und Geld investieren kann. Beides Ressourcen, die vor allem bei kleinen Unternehmen oder Selbstständigen nicht im Übermaß vorhanden sind. Abgesehen davon braucht man auch ein gewisses technisches Know-how, oder zumindest die Bereitschaft, sich dieses anzueignen. Zweiteres ist bei mir glücklicherweise vorhanden und so beginne ich also die lange, lange Reise Richtung erste Seite auf Google 😉…

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