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In der Handwerkstatt von Margit Pietschmann

Für unser nächstes i trau mi-Porträt haben wir die Werkstatt von Margit Pietschmann besucht. Margit ist ein „Stammgast“ bei uns, und war schon bei der ersten Informationsveranstaltung von i trau mi dabei. Sie zeigt mit ihren wunderschönen magich-Taschen, dass man seine Träume und Visionen in jedem Lebensabschnitt verwirklichen kann. Sie „traute“ sich kurz vor der Pension ihre Geschäftsidee zu verwirklichen und hat nun vor, auch den nächsten Abschnitt ihres Lebens damit unternehmerisch erfolgreich zu sein.

 

Wir besuchen Margit in ihrem Haus am Stadtrand. Hier hat sie im ehemaligen Kinderzimmer ihrer Töchter ihre Nähwerkstatt eingerichtet. In den vielen Regalen lagern Stoffe aller Art, an den Wänden hängen fertige magich-Taschen, auf dem Arbeitstisch steht die Nähmaschine mit einer gerade in Fertigstellung befindlichen Tasche. Ein Raum mit Kapazität, in dem man sieht, dass viel gearbeitet wird, und in dem man sich sofort wohl fühlt und inspiriert wird.

 

Schon als Kind faszinierten Margit Stoffe und Textilien. Nähen war auch immer eines ihrer Hobbys doch ihre Leidenschaft fürs Entwerfen und Nähen von Taschen hat sie erst vor einigen Jahren entdeckt – im Rahmen einer Ausbildung als Reggio-Pädagogin und Kreativpädagogin. Seit zweieinhalb Jahren stellt sie nun in ihrer Werkstatt ihre Upcycling-Taschen her. Aber wie entsteht so eine magich-Tasche?

 

Für ihre Taschen verwendet Margit Stoffe, die nicht mehr gebraucht werden, sei es eine alte Jean, ein abgetragenes Sakko oder Schneiderei-Reste. Sie selbst bezeichnet sich als „Sachenfinderin“ und kauft fast nichts zu – viel mehr kommen die Stoffe zu ihr, wie sie sagt. Aus den gebrauchten Stücken und Stoffen entstehen in Margits Werkstatt neue Produkte. Dabei ist alles möglich, ob elegante Damentasche, hipper Beutel oder Taschen und Spieldecken für Kinder. So wie die Ausgangsmaterialien eine einzigartige Geschichte haben, so gibt es jedes von Margits Werkstücken nur einmal: „Immer das Gleiche zu nähen, oder einen Schnitt zu verwenden, wäre ohnehin nichts für mich“, sagt sie.

 

Als sie mit der Herstellung ihrer Stücke begann, gehörten vor allem Familie und Freunde zu den ersten Kunden. Durch Mundpropaganda, Werbung und den Auftritt auf Messen wurden die magich-Taschen aber schnell bekannter.

 

Beim Führen ihres „Ein-Frau-Business“ wird sie tatkräftig von ihrer Familie unterstützt. Ihr Schwiegersohn betreut die Website, ihre Schwester kümmert sich um die Verkaufslisten und Fotos. Ganz besonders wichtig ist auch die „Handschrift“ ihrer Tochter, sie schreibt und zeichnet direkt auf Textilien. „Durch die Arbeiten meiner Tochter kann ich ganz besondere Wünsche meiner Kundinnen und Kunden erfüllen“, erzählt Margit.

In den zweieinhalb Jahren hat Margit sehr viel unternehmerisches Wissen gesammelt. Vom Lösen eines Gewerbescheins bis hin zur optimalen Vertriebsstrategie hat sie Erfahrungen gemacht, die ihr weiterhelfen. Mit dem Verkauf auf Märkten hat es beispielsweise nicht so gut funktioniert, weil hier das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht stimmte. „Auch durch die Vielfalt der Produkte, die auf einem Markt angeboten werden, geht der Upcyclinggedanke und der Wert, ein ganz persönliches Unikat zu erwerben, unter, “ ergänzt Margit und setzt seitdem auf persönliche Beratung in ihrer Werkstatt, was für ihre individuellen Produkte auch sehr gut passt. Die KundInnen finden entweder sofort ihr „Lieblingsstück“ in Margits Werkstatt oder es werden gemeinsam Stoffe und Accessoires ausgesucht um eine individuelle Tasche herzustellen. Möchte jemand gemeinsam mit Freunden oder Bekannten durch Margits Taschenkollektion stöbern gibt es auch die Möglichkeit, eine „magich-Taschenparty“ zu veranstalten, dann kommt Margit mit all ihren aktuellen Taschen zu ihren KundInnen nach Hause, oder alle kommen gemeinsam in Margits Werkstatt und können bei einem kleinen Snack gemütlich Taschen aussuchen oder zusammenstellen.

 

Die Geschichte von Margit ist ein Musterbeispiel dafür, wie man sich mit viel Begeisterung und Kreativität auf den Lebensabschnitt Pension in dem man weiterhin unternehmerisch tätig sein möchte, vorbereiten kann. Sie hat ein besonderes, sehr persönliches Produkt entwickelt. Jede magich-Tasche ist ein Unikat und weil sie ja alle aus vorhandenen Ressourcen hergestellt werden, leistet jeder, der sich zu einer magich-Tasche entschließt, einen wichtigen Beitrag zur Schonung unserer Umwelt.

 

Der Besuch in Margits Werkstatt war für uns ein schönes Erlebnis. Bisher kannten wir nur die Taschen, nun haben wir auch gesehen, wo und wie diese Unikate entstehen. Die Werkstatt besitzt eine besondere Atmosphäre, und auch wenn Margit über ihre Arbeit spricht, merkt man, wie viel Spaß ihr das Entwerfen von Einzelstücken, Nähen und Neuerfinden macht. Wir möchten euch zum Abschluss diesen schönen Satz von Margit nicht vorenthalten, der ihr originelles Geschäftskonzept sehr gut beschreibt:
"Du zahlst nur die Arbeitszeit, das Material hat schon ein Anderer irgendwann für dich bezahlt. Und für die Idee bezahlt mich meine Lebensfreude.“

 

Schaut euch Margits Webseite an, da seht ihr viele Ihrer magich-taschen die noch zu haben sind, aber auch jede Menge Einzelstücke die schon zu Lieblingsstücken wurden: 

http://www.magich-taschen.at/  

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