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"Ich bin der Pensionierung zuvorgekommen!"


Brigitta Schwarzer, 61, verabschiedete sich mit 50 aus einem gut dotierten Managementjob in einem börsenotierten Industrieunternehmen, um sich selbstständig zu machen. Seither ist sie als Versicherungs- und Immobilienmaklerin ihr eigener Chef, kooperiert jedoch in beiden Bereichen mit größeren Maklerhäusern. Anfang 2015 übernahm sie die INARA GmbH, eine Wissens- und Informationsplattform für Vorstände, Geschäftsführer, Aufsichtsräte und deren Berater. Im Laufe der Jahre entwickelte die promovierte Juristin die INARA zu einem Netzwerk für ein breiteres Publikum, das nicht nur rechtliche und wirtschaftliche Themen aufbereitet, sondern sich auch mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen beschäftigt.

 

Mittlerweile ist die Mutter von drei Kindern in Pension und dennoch voll berufstätig. Das hat Vor- aber auch Nachteile: Einerseits genießt Brigitta Schwarzer ihre abwechslungsreiche und interessante Tätigkeit, andererseits würde sie an manchen Tagen gern ein wenig zurückschalten. Oft sitzt sie bis in die Nacht hinein und auch am Wochenende, um ihr Pensum zu erledigen. Wenn man eine Arbeit ernst nimmt, muss man zeitlich verfügbar sein, ist sie überzeugt.

 

Dennoch bereut Brigitta ihren Schritt ins Unternehmertum nicht. Jahrelang war sie in allen Firmen, in denen sie gearbeitet hat, die Jüngste. „Irgendwann merkst du, du gehörst zu den Älteren“, sagt sie. Sie habe sehr früh mitbekommen, wie das ist, wenn Menschen in Pension gehen - egal ob freiwillig oder nicht: „Mit meiner Selbstständigkeit bin ich der Pensionierung zuvorgekommen“. Es war aber ein kalkuliertes Risiko, das sie eingegangen ist, fügt Brigitta hinzu.

 

Wichtig war dabei die Unterstützung eines Mentors, der immer an sie geglaubt hat. Manch einer hatte sie gewarnt, dass ein Geschäftserfolg keinesfalls sicher sei. Ihr Rat an diejenigen, die ähnliche Pläne haben: „Man muss seine Komfortzone verlassen und den Mut aufbringen, auch mal weniger Sicherheit zu haben, sonst ist irgendwann das Leben vorbei.“ Dabei können Vertrauenspersonen helfen, die Rückhalt und Motivation geben - auch wenn es einmal schlechter läuft.

 

Ihre Zukunft sieht Brigitta alles andere als ruhig. Ziele und Tagesstruktur sind etwas, das alle Menschen brauchen – egal in welchem Alter: „Man muss eine Motivation haben, damit man geistig fit und selbstbewusst und letztendlich auch interessant für die Umwelt bleibt.“

 

Ihr nächstes Ziel ist die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung zur Unterstützung von Non-Profit Initiativen wie der „gabarage“. Das ist eine Einrichtung, die mit Personen im zweiten Arbeitsmarkt aus Restmaterialien Designerstücke herstellt und verkauft, um diese Menschen für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Zurzeit ist eine gemeinsam von INARA und „gabarage“ entwickelte Taschenkollektion aus Clutches und Shoppern in Produktion, die noch in diesem Jahr im Rahmen eines Events präsentiert werden soll.

 

Ihre selbst entworfenen Taschen wird Brigitta Schwarzer auch auf unserer i trau mi - Best Ager Messe am 3. Oktober im Alten Rathaus vorstellen.

 

Mehr Informationen zu INARA unter www.inara.at.

Dr. Brigitta Schwarzer, INARA
Dr. Brigitta Schwarzer, INARA

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