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Vom selbst entworfenen Design zum angreifbaren Produkt

Eine Nachlese von Eva Jecminek

 

Wer sich an die Umsetzung der eigenen Ideen heranwagt, der kommt früher oder später an einen Punkt, an dem es sinnvoll ist, über das eigene Vorhaben mit anderen Menschen zu sprechen. Man möchte erfahren, ob das, worin man seine Leidenschaft gefunden und Zeit investiert hat, auch auf Interesse bei anderen stößt. Am 11. Februar 2020 stellte Susanne Stuppacher bei i trau mi ihre Entwürfe und ersten Produkte vor, und wir durften gemeinsam überlegen, was man sonst noch daraus machen könnte.

 

Susanne Stuppacher verbrachte ihre ersten 26 Lebensjahre als Künstlerin unterschiedlicher kreativer Disziplinen, um dann alleinerziehend als Mutter von Zwillingen mit einer weniger "kunstbasierten" Realität konfrontiert zu sein. Diese Veränderung führte zu einer klassischen und erfolgreichen Karriere im Management- und HR-Bereich.  Auch in dieser Phase ihres Erwerbslebens entwickelte sie das Werkzeug der Kreativität kontinuierlich weiter mit einer Spezialisierung auf digitale Grafik.

 

Ein Lebensbruch und Wohnortwechsel sowie das fortgeschrittene Alter führten sie schließlich wieder zu ihrem ersten Metier, dem Design, zurück: 2016 entstand durch ihre Leidenschaft für formatfüllendes „Kritzeln“ das Design N°1, eine reine Bleistiftzeichnung.  Deren Fertigstellung folgte die Idee, die Zeichnung via Kunstreproduktion zu digitalisieren und danach digital weiterzuentwickeln, um diese auf Papier, Textilien oder Acrylglas in unterschiedlichen Größen drucken zu lassen. 

 

Der Entwurf eines zweiten Designs ließ rasch erkennen, dass der jeweilige Zeitaufwand für eine eigene Formgebung viele Monate in Anspruch nimmt. Das wiederum führte zu einer neuen pragmatischen Idee, dem Co-Design. Für das Co-Design werden Zeichnungen anderer Künstler herangezogen und nach der beschriebenen Methode gemeinsam weiterentwickelt.

Auf Basis der zwei Kategorien „Eigenes Design“ und „Fremddesign“ waren die Besucher der Veranstaltung am 11. Februar eingeladen, ihre Vorschläge für Umsetzungsmöglichkeiten und Produktideen zu den Entwürfen und Mustern von Susanne Stuppacher abzugeben. Im zweiten Schritt wurden die gesammelten Ansätze geclustert, um im dritten Abschnitt einer Bewertung in Sachen Machbarkeit und Vermarktung unterzogen zu werden.

 

Die eingebrachten Ideen für mögliche Anwendungsbereiche der Designs waren sehr vielfältig und reichten vom Handycover, Platten- und Buchcover über Raumteiler zu großen Drucken für die Gestaltung von Hotellobbys. Auch über die Realisierbarkeit dieser Vorschläge wurde im Anschluss gemeinsam diskutiert. 

 

Durch diese Interaktion mit den VeranstaltungsteilnehmerInnen wurde Susanne Stuppacher vorübergehend aus dem Karussell des eigenen Kopfes herausgeführt und kann nun gestärkt mit neuen Impulsen und mehr Klarheit an die nächsten Schritte herangehen. 

 

Wir danken unseren zahlreichen BesucherInnen für ihre rege Teilnahme, ihre Anregungen und ihr Feedback!

 

I trau mi mit i trau mi.

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