Und wie geht es weiter?


von Marlene Hajek

Wir schreiben die Corona-Woche 6. Ostern ist vorbei. Wir haben es geschafft die Feiertage ohne große Familientreffen zu begehen. Die Infektionszahlen sind gesunken, bzw. die Zahl der Genesenen stieg weiter an. Kehrt die Normalität nun zurück? Nein, davon sind wir weit entfernt. Und es ist die Frage nach welcher Normalität wir uns zurücksehnen?

 

Ich habe letztes Mal das Leben drinnen und das Leben draußen beschrieben. Diese „Parallel-Gesellschaften“ gibt es nach wie vor. Da sind einmal die Menschen, die zur sogenannten Risikogruppe gehören. Diese sollten nach wie vor, nicht „unter die Leut‘ gehen“. Aber die „Jungen“, die für die Älteren einkaufen und Besorgungen erledigen, die dürfen. Dann gibt es die Menschen, die mit dem Homeoffice gut zurechtkommen, ja sogar meinen, diese Zeit könne ruhig länger andauern. Denn sie dürfen später aufstehen, ersparen sich das Gedränge in der U-Bahn und überhaupt wäre es gemütlicher. Die andere Gruppe hingegen sind diejenigen, die neben dem Homeoffice noch Kinder im Volksschulalter haben und „nebenbei Schule spielen“ dürfen. Außerdem gibt es noch eine dritte Gruppe die zwar gerne Homeoffice machen würden, aber den Job verloren haben. Es gibt Menschen, die lähmende Ängste entwickeln und andere, die vor Kreativität förmlich zu sprühen beginnen.

Es gibt eben solche. . . und solche. . .

 

Es stellt sich also die Frage „Wie gehen wir mit dieser Situation um?“

Immer mehr wird uns bewusst, dass wir nicht immer alles beeinflussen können. Es heißt aushalten und durchhalten! Wir wissen nicht wie lange diese Situation so weitergeht. Wir wissen auch nicht wie lange dieser Zustand anhält oder welche Entwicklungen sich ergeben werden? Eigentlich wissen wir gar nichts.

 

Der von mir sehr geschätzte Viktor Frankl prägte den Satz „Leben heißt antworten!“

Jeden Tag stellt das Leben durch die Vorkommnisse und die Situationen die Frage an uns Menschen: Wie gehen wir damit um? Wie reagieren wir? Was tun wir?

Indem wir handeln also leben, antworten wir.

Dadurch wird das Leben viel bewusster! Denn wie wir antworten drückt sich nicht nur als Tätigkeit aus, sondern auch durch unsere innere Einstellung dazu, wie wir mit der Situation umgehen und was wir daraus machen.

 

Für mich ergibt sich auch die Frage, ob ich überhaupt in die alte Realität zurück will.

Ich habe manchmal eine Vision und überlege mir, was lerne ich in dieser Situation? Was möchte ich mir beibehalten, was möchte ich in die Zukunft nach Corona mitnehmen? Bildlich gemeint, was packe ich in diesen Koffer ein, den ich in die Zukunft mitnehmen will?

Nein, ich möchte nicht mehr eine Getriebene meines Terminkalenders sein. Denn ich habe ein bisschen Gelassenheit gelernt und die möchte ich mir beibehalten! Ich möchte das „Nichtstun“ weiter betreiben, denn in Wirklichkeit macht man ja nie nichts. Sondern man schaut, man denkt, man philosophiert, man beobachtet, man plant, . . .

 

Die Kreativität entsteht eigentlich beim Innehalten.

Und ich habe wieder die Demut gespürt, dass es mir gut geht. Ich versuche dem Leben zu antworten indem ich bewusst lebe!

 

Siehe: marlenes-Gedankenwelt.blogspot.com

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Kommentare: 1
  • #1

    Marianne (Dienstag, 21 April 2020 18:39)

    Ja der Lernprozess ist enorm und Dankbarkeit und ja zum Leben und Raum zum Fühlen und Geniessen.