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Ist das Glück ein Vogerl?

Das Jahr ist noch jung und auf dem Fensterbrett meiner Küche stehen immer noch diverse Glücksbringer von Silvester. Ich glaube eigentlich nicht an solche Glückssymbole, aber „nützt's nichts, so schad’t's nichts“ sagt man. Und wer weiß?

 

Von Marlene Hajek

 

Schon seit einigen Tagen lassen mich die Gedanken über das Glück nicht mehr los.

 

Also philosophiere ich ... Was ist Glück? Ich habe ein bisschen recherchiert:

 

Meine Nachbarin meint, Glück bedeutet für sie, wenn ihr nichts weh tut und sie gesund ist.

 

Eine andere Frau erzählte mir, Glück bedeutet, wenn man sich nicht mehr mit anderen vergleicht und zufrieden ist mit dem was man hat.

 

Robert Palfrader sagte bei einem Radiointerview „Glück ist, wenn man ein bisserl mehr hat als man braucht!“ Auf die Frage, was er denn brauche, meinte er, dass er unbedingt eine Sauna brauche. Das ist etwas, das für mich total unwichtig ist!

 

Für mich sind Blumen etwas sehr Schönes. Ein Blumenstrauß, schön in der richtigen Vase arrangiert, ist Balsam für meine Seele. Glücklich fühle ich mich auch, wenn ich im Sommer unter meinem Apfelbaum im Garten liege und die Wolken und Vögel am Himmel beobachte. Da fühle ich mich zwar als Punkt im Universum, aber trotzdem damit vereint und frei! Innere Freiheit und mich spüren zu können, bedeutet für mich Glück.

 

Oft ist mit den Glückwünschen zur Jahreswende der berühmte „Lottosechser“ verbunden. Aber macht Geld wirklich glücklich? Zugegeben, man kann sich mit Geld vieles erleichtern. Andererseits bringt es wieder andere Sorgen mit sich.

 

Der Refrain eines Wienerliedes behauptet:

 

„Das Glück is a Vogerl, gar liab, aber scheu. Es lasst si schwer fangen, aber fortg’flog'n is glei. Das Herz is der Käfig und schaust net dazua, so hast du auf amal dann - ka Glück und ka Ruah!“

 

Da ist schon etwas Wahres dran. Denn die Glücksforscher sind sich darüber einig, dass Glücklichsein mit Aktivität verbunden ist. Man muss also etwas tun für sein Glück!

Dr. Alfred Endl unterscheidet in seinem Buch „happyness is ... Glücklichsein bedeutet ...“, so wie der Sozialpsychologe Erich Fromm, zwischen „Glück haben“ und „Glücklich sein“.[i] Nicht Reichtum, Gesundheit oder Bildung führen letztendlich zum Glücklichsein, sondern MENSCHEN, LIEBE und AKTIVITÄTEN.

 

Wie gut daher, dass es den i trau mi-Club gibt! Hier kommt man immer mit interessanten Menschen ins Gespräch!

 

Zum Abschluss möchte ich noch von einem Erlebnis berichten, das ich letztes Wochenende hatte:

 

Mein Mann und ich verbrachten ein paar Tage in einer Therme. Am Vormittag des zweiten Tages unternahmen wir einen Spaziergang im nahegelegenen Kurpark. Leider kam ich von diesem Spaziergang mit nur einem Ohrring nach Hause. Das machte mich sehr traurig, denn die Ohrringe waren das Weihnachtsgeschenk meines Mannes. Ich suchte nochmals alle Gänge des Hotels ab, denn ich vermutete den Ohrring beim Hereinkommen und Abnehmen des Schals abgestreift zu haben. Nein, nichts.

 

Es ließ mir aber keine Ruhe, und am nächsten Tag (!) überredete ich meinen Mann, nochmals in den Kurpark zu gehen. Und wirklich, kaum zu glauben – aber da lag mein Ohrring! Ich hatte ihn wiedergefunden, so ein Glück!

 

Am Nachmittag lag ich dann im Liegestuhl des Atriums, über mir sah ich durch das Glasdach die weißen Wolken auf dem hellblauen Himmel vorbeiziehen ... Da war es wieder, dieses Gefühl von Freiheit und Glücklichsein!

 

Siehe: marlenes-Gedankenwelt.blogspot.com

 


[i] Dr. ALFRED ENDL, WOLFGANG STREUNER: happiness is … Glücklichsein bedeutet … Seite 21

2009, ISBN 978-3-200-01656-9

 

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