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Malen im Alter als Begleiter auf dem Weg zu sich selbst oder: Der Weg ist das Ziel!

Unseren vorletzten Dienstag im i trau mi-Club möchte ich gerne als Anlass zu einigen Überlegungen nehmen, Überlegungen zum Thema „Selbstfindung“ oder „Selbst(Neu)Erfindung“.

 

von Marlene Hajek

 

Das Thema unseres Clubtreffens war „Malen als Begleiter am Weg zu sich selbst“. Christine Moser und Ilse Küchler erzählten über ihren persönlichen Weg zur Malerei. Und so unterschiedlich und individuell ihre Lebenswege sind, so unterschiedlich sind auch die Malstile.

 

Ilse Küchler zeigte uns Aquarelle, sie malt aber auch Ölgemälde und, besonders interessant, mit dem Computer. Christine Moser fand wiederum ihren ganz persönlichen Stil in quadratischen Formaten mit vielen Ornamenten. Bei genauerem Hinsehen bekam man einen Einblick, wie genau und konzentriert man bei dieser Arbeit sein muss. Klar, dass man dabei alles rundherum vergisst und abschaltet…

 

Auch Roswitha Schaffer schilderte, wie wichtig ihr die Kreativität geworden ist. Derzeit beschäftigt sie sich neben der Häkelei auch mit der Anfertigung von Bienenwachstüchern, die statt Nylonsackerl in der Küche verwendet werden können. Eine Tätigkeit die nicht nur entspannend ist, sondern auch einen Beitrag zur Kunststoffvermeidung darstellt!

Ilse Küchler, Christine Moser und Roswitha Schaffer
Ilse Küchler, Christine Moser und Roswitha Schaffer

Der Weg zu sich selbst

Der Nachmittag bot aber auch die Gelegenheit über den „eigenen Weg zu sich selbst“ nachzudenken und mit den anderen Anwesenden zu diskutieren. Mit 60+ noch einen eigenen Weg gehen?

 

Der Schritt in die Pension ist nicht immer leicht. Ist es doch ein neuer Lebensabschnitt, der beginnt. Es ist ein Zeitpunkt im Leben, der möglicherweise auch mit Veränderungen in der Familie oder des Umfeldes zu tun hat. Eine Zeit der Neuorientierung und der Neuausrichtung.

 

Kann ich mein Leben nochmals in die Hand nehmen und für mich so gestalten, dass es mir gut geht? Sodass ich “innerlich heil“ bin?

 

Viele Jahre war man für andere da. Beruf und/oder Familie füllten voll aus.

„Lebe ich oder werde ich gelebt?“

„Lebe ich oder werde ich gelebt?“ Es ist nun an der Zeit und auch völlig legitim, wieder an sich selbst zu denken. Etwas tun, das man immer schon tun wollte, aber wo die Zeit dazu fehlte. Eine Beschäftigung, wo man „Ich“ sein kann! Die Malerei, so haben wir gesehen und gehört, ist einer von vielen Möglichkeiten, zu sich selbst zu finden.

 

Die 60+Generation ist aber auch eine neue Generation, die es bis jetzt nicht in der Form gab. Diese Generation hat noch Visionen und Träume! Diese Generation ist auch körperlich fitter als die Generation unserer Großeltern! In den i trau mi-Clubtreffen lernt man viele interessante Menschen kennen. Einige wussten ganz genau, was sie in der Pension tun werden und wagten einen völlig neuen Weg. Sie machten sich selbständig und gründeten eine Firma. Andere wiederum, so wie unsere Künstlerinnen, fanden sich in der Malerei oder Grafik wieder. Wieder andere sind noch auf der Suche nach dem eigenen Weg oder ihnen fehlt das Rüstzeug diesen Weg zu gehen. Bei „i trau mi“ findet man Ideen und die die nötige Unterstützung dafür.

 

Abschließen möchte ich mit einem Zitat von Else Pannek, das über meinem Schreibtisch hängt:

 

„Auf vielen Wegen kannst du dich verlieren. Finden nur auf deinem.“

 

Viel Kraft und Freude bei der Suche nach dem Weg zu euch selbst. Es ist nie zu spät!

 

Tipp: Im nächsten i trau mi-Club am 11. Februar 2020 zeigt Susanne Stuppacher, die sich auch mit Ornamenten beschäftigt, ihre Arbeiten im Rahmen eines Workshops.

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